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Die Welt meiner Hochsensibilität

Aktualisiert: 26. März

 

Das Leben intensiv spüren als hochsensible Seele


Hast du schon einmal das Gefühl gehabt, dass die Welt manchmal zu laut, zu grell, zu viel ist? Dass jede Kleinigkeit tief in dir nachhallt – ein Wort, ein Blick, ein Geräusch? Als hochsensible Seele kenne ich diese Momente sehr gut. Es ist, als würde ich die Welt durch einen Filter erleben, der alles intensiver macht.


Doch diese Intensität ist auch ein Geschenk: Ich fühle mehr, sehe mehr, spüre mehr. Ich nehme Nuancen wahr, die anderen verborgen bleiben. Und genau diese Feinheit, diese Tiefe, macht das Leben für mich so besonders – auch wenn es manchmal herausfordernd sein kann – zu viel Gefühl, zu viele Eindrücke, zu viele Empfindungen.


In diesem Beitrag nehme ich dich mit auf meine persönliche Reise mit meiner Hochsensibilität. Du wirst erfahren, was sie für mich bedeutet, wie ich gelernt habe, sie zu lieben, und wie sie für mich zu einer Kraft wurde anstatt einer Bürde. Vielleicht findest du dich in meinen Worten wieder und erfährst: Dass du nicht alleine bist.


Als ich begann, mich selbst zu verstehen


Ich habe schon immer gewusst, dass ich sensibel bin. Als Kind war meine Wahrnehmung intensiver, meine Gefühle tiefer und meine Gedanken oft schwer in Worte zu fassen. Doch diese Feinfühligkeit wurde nicht als Stärke erkannt. Meine Mutter war überfordert und suchte Hilfe bei einem Kinderpsychologen. Für sie war es ein Versuch, mich besser zu verstehen – für mich wurde es der Beginn eines Glaubenssatzes, der mich über Jahre hinweg begleitete: Ich bin zu viel. Ich bin nicht normal.


Diese Worte nisteten sich tief in mir ein, und lange Zeit sah ich meine Sensibilität als Schwäche, als etwas, das mich von anderen abgrenzt. Erst Jahre später – mit 30 – fiel mir ein Buch über Hochsensibilität in die Hände. Der Moment, als ich die ersten Seiten las, war wie ein tiefes Einatmen nach langem Luftanhalten. Ich dachte: Das bin ich!


Doch ich wollte mir sicher sein, bevor ich das Thema ansprach – vor allem mit meiner Mutter. Also begann ich, mich durch Podcasts, soziale Medien und weitere Bücher zu arbeiten. Jede neue Information fühlte sich an wie ein kleiner Schlüssel zu mir selbst. Es war, als ob all die Bruchstücke meiner Vergangenheit plötzlich einen Sinn ergaben und ich mich selbst in einem neuen Licht sah.


Die Herausforderungen der Hochsensibilität


Für mich war die Einsamkeit oft die größte Herausforderung. Lange Zeit hatte ich das Gefühl, dass niemand mich wirklich verstand. Weil ich mich für meine Sensibilität schämte, versuchte ich, „normal“ zu sein. Ich zwang mich in Situationen, die mich überforderten, missachtete meine eigenen Grenzen und hoffte, dass ich mich irgendwann anpassen würde. Doch anstatt mich als ein Teil von etwas zu fühlen, fühlte ich mich immer einsamer.


Überreizung war ein ständiger Begleiter. Wenn ich an meine Grenzen kam, fühlte ich mich missverstanden. Freunde und Familie konnten nicht nachvollziehen, wenn ich mich plötzlich zurückzog. Wie auch, wenn ich ihnen nie zeigte, wie viel Energie es mich kostete, so zu tun, als wäre alles in Ordnung? Ich habe lange versucht, den Erwartungen anderer gerecht zu werden, während ich dabei meine eigenen Bedürfnisse ignorierte.



Vom „Zuviel“ zum Geschenk


Das Buch über Hochsensibilität war ein Wendepunkt. Zum ersten Mal verstand ich, dass ich nicht falsch bin. Hochsensibilität ist keine Schwäche – sie ist ein Geschenk, das es mir ermöglicht, die Welt auf eine einzigartige Weise wahrzunehmen. Es war der Beginn eines Heilungsprozesses, der mich lehrte, meine Sensibilität als Stärke anzuerkennen.


Ich lernte Achtsamkeitsübungen, Meditationstechniken und Atemübungen, die mir halfen, besser mit meiner Sensibilität umzugehen. Es war, als hätte ich endlich Werkzeuge in der Hand, um mich selbst zu verstehen und anzunehmen. Besonders die Verbindung zu meiner Intuition wurde zu einem meiner größten Geschenke – eine leise, aber kraftvolle Weisheit, die mich durch meinen Alltag leitet. Doch der Weg dorthin war alles andere als linear. Ich zweifelte oft, stieß an meine Grenzen und fühlte mich manchmal überfordert. Aber mit jedem Schritt lernte ich, liebevoller mit mir selbst zu sprechen, meine Schatten zu umarmen und meine Hochsensibilität nicht mehr als Bürde, sondern als Teil meines Wesens zu akzeptieren und zu lieben.

Kleine, achtsame Momente zwischendurch machen einen großen Unterschied für sehr sensible Menschen.
Kleine, achtsame Momente zwischendurch machen einen großen Unterschied für sehr sensible Menschen.

Wie ich heute mit meiner Hochsensibilität lebe


Heute nutze ich Tools, die mich unterstützen: Achtsamkeit, Yoga und Körperarbeit sind zu festen Bestandteilen meines Lebens geworden. Vor allem meine Intuition ist ein Geschenk, das ich immer mehr schätze. Sie zeigt mir, was ich brauche, und hilft mir, mich immer wieder mit mir selbst zu verbinden.


In meiner Arbeit bei Yinyara Yoga integriere ich bewusst meine Hochsensibilität. Jeder Raum, den ich für andere schaffe, trägt meine feinfühlige Handschrift. Ich möchte einen Raum schaffen, in dem sich sensible Seelen sicher fühlen können, ein Ort für Ruhe, Halt, Verbindung und Geborgenheit.


Wenn ich heute überreizt bin, kämpfe ich nicht mehr dagegen an. Ich nehme dieses Gefühl an, schenke mir die Pausen, die ich brauche, und höre auf die Signale meines Körpers. Ich weiß, dass meine Sensibilität ein Teil von mir ist – einer, den ich liebe und umarme.


Meine Botschaft an dich


Wenn du dich manchmal „zu viel“ fühlst oder das Gefühl hast, dass dich niemand versteht, möchte ich dir sagen: Du bist nicht allein. Deine Hochsensibilität ist ein Geschenk. Sie ermöglicht dir, die Welt auf eine besondere Weise zu erleben.


Lerne, auf deine Bedürfnisse zu hören, Grenzen zu setzen und dir selbst Raum für Ruhe und Stille zu schenken. Du bist genau richtig, so wie du bist. Vertraue darauf und entdecke die Stärke in dir. 💚



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